Forces of Labor
Forces of Labor:
Die ArbeiterInnen und die
Globalisierung
Wer sich die Frage stellt, warum die Bewegungen der ArbeiterInnen auf der Welt heute so schwach
wirken, sollte sich die gerade veröffentlichte Untersuchung von Beverly Silver genauer anschauen.
Auf knapp 200 Textseiten findet sich ein dichtes Kondensat aus über zwanzigjährigen Forschungen, das eine Unmenge Anregungen und Anstöße für die weitere Debatte über die Perspektiven
der Klassenkämpfe enthält und zu verblüffenden neuen Erkenntnissen führt. Silver packt eine Menge
Sprengstoff mitten in die aktuellen Debatten über »Globalisierung«, »Postfordismus« oder das »Verschwinden der Arbeiterklasse«. Ihr Ausgangspunkt ist eine umfassende Datenbank über Arbeiterunruhen auf der ganzen Welt von 1870 bis 1996. Die daraus sichtbar werdenden Tendenzen und
Wendepunkte in den internationalen Klassenkämpfen bringt sie mit Forschungen zu den Dynamiken des kapitalistichen Weltsystems zusammen, die sie gemeinsam mit Giovanni Arrighi und anderen in den letzten Jahren vorgelegt hat. Zudem hat sie sich die wichtigsten Kampfzyklen und Umbrüche der kapitalistischen Produktionsweise im Detail angeguckt, so dass der Blick aus der Vogelperspektive nicht zu schematischen Vereinfachungen führt. Sie stellt sich die schwierige Aufgabe, die räumlich und zeitlich weitumspannenden Entwicklungslinien mit dem Universum von Konflikten und Unruhen zusammenzubringen, die das Klassenverhältnis im Kapitalismus ausmachen.
Sie nähert sich diesem Ziel schrittweise an, indem sie ausgehend von einigen theoretischen Hypothesen mehr und mehr Ebenen dieser Dynamik in ihre Darstellung einbezieht. Auf diese Weise
erhalten wir ein sehr komplexes und materialistisch fundiertes Gesamtbild, das die Diskussionen
über die Zukunft des historischen Kapitalismus auf eine neue Grundlage stellt. Aber das Buch ist
vor allem ein großartiger Wurf, der uns dazu auffordert, diese Art und Ebene der Untersuchung
einer globalen Klassendynamik weiterzuentwickeln.
Quelle:
Text von Wildcat im pdf.
