Massaker im Gefängnis
Massaker im Dizelabad-Gefängnis: 9 Gefangene getötet und viele verletzte hinterlassen.
In den frühen Morgenstunden des Montags, 16. Juni 1404, war das Dizel-Abad-Gefängnis in Kermanshah Schauplatz eines der blutigsten Vorfälle in iranischen Gefängnissen der letzten Jahre. Berichten zufolge kam es nach Raketenangriffen in der Nähe dieses Gefängnisses zu großflächigen Unruhen. Die Angriffe richteten sich Berichten zufolge gegen Munitionsdepots militärischer Einrichtungen in der Region.
Nach dem schrecklichen Lärm mehrerer Explosionen und der zunehmenden Besorgnis und Verwirrung unter den Gefangenen kam es in den Abteilungen zu Zusammenstößen, die nach Angaben informierter Quellen mit gewaltsamen Reaktionen der Gefängniswärter beantwortet wurden. Quellen aus dem Umfeld der Familien der Gefangenen gaben an, dass die Beamten mit Schusswaffen direkt auf die Gefangenen geschossen hätten. Die Folge waren mindestens neun Todesopfer und eine unbekannte Zahl von Verletzten.
Gewaltsame Repression, Türen zuschweißen und Kontakte abbrechen
Nach der Eskalation der Zusammenstöße drangen Einsatzkräfte der Gegenbrigade in das Gefängnis ein. Zeugenaussagen zufolge wurden Schrotkugeln, Tränengas und andere Mittel zur Unterdrückung der Gefangenen eingesetzt, um sie festzuhalten. Außerdem wurden einige Gefängnistüren zugeschweißt, um die Bewegungsfreiheit der Gefangenen einzuschränken. Die Leichen der Opfer wurden mit Privatfahrzeugen vom Unfallort weggebracht und die Verletzten sofort abtransportiert. Es gibt jedoch keine offiziellen Informationen über ihren Aufenthaltsort oder Gesundheitszustand.
Die telefonische Verbindung der Gefangenen zu ihren Familien wurde vollständig unterbrochen und kein Beamter – weder Gefängnisbeamte noch Justizbeamte – hat sich bisher zu diesem blutigen Vorfall geäußert. Dieses absolute Schweigen hat bei Familien und Menschenrechtsaktivisten tiefe Besorgnis ausgelöst.
Eine beunruhigende Geschichte in iranischen Gefängnissen
Der Vorfall in Dieselabad ist nur einer in einer Reihe gewalttätiger Tragödien in iranischen Gefängnissen in den letzten Jahren. Vom tödlichen Brand im Evin-Gefängnis im Jahr 1401 bis zu den Protesten im Sepidar-Gefängnis in Ahvaz und den Unruhen in Fashafoyeh, Adelabad und Qezel Hesar. In vielen dieser Fälle haben die Untätigkeit und mangelnde Transparenz der zuständigen Institutionen die Aufklärung der Wahrheit und einen fairen Prozess verhindert.
Kategorien:Gefangene, Willkürliche Tötungen
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Quellen:
