Jin Jiyan Azadî – Gegen jeden Krieg und jegliche Tyrannei!
Liebe Kriegsgegner*innen,
bereits im Jahr 2025 haben wir unsere klare Position gegen Krieg und gegen jede Diktatur erklärt. Daran halten wir fest.
Die Islamische Republik verübt weiterhin Massaker an Tausenden von Menschen, die um ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen. Gleichzeitig wird das Leid der Menschen im Iran von imperialistischen Staaten instrumentalisiert, um militärische Interventionen und Sanktionen gegen die Bevölkerung zu rechtfertigen.
Besonders zynisch agieren reaktionäre Monarchist*innen um den selbsternannten „Kronprinzen“ Reza Pahlavi: Er begrüßt US-amerikanische und israelische Bombenangriffe und wird von offen faschistischen Kräften als Heilsbringer inszeniert.
Wir stellen uns allen kriegstreiberischen, patriarchalen Kolonialmächten entgegen – den islamischen Regimen ebenso wie den USA, Israel und rechten monarchistischen Kriegstreiber*innen. Während die US-Regierung eine kolonialistische Politik gegenüber Kuba und Venezuela betreibt und im Inneren den Krieg gegen die nicht-weiße Bevölkerung verschärft, während Israel Gaza weiterhin bombardiert und den Genozid fortführt, hat die Islamische Republik Iran über Jahre hinweg Syrien, den Irak und Kurdistan unter dem Deckmantel des „Antiimperialismus“ in Blut getränkt.
Seit Jahrzehnten werden auch im eigenen Land unterdrückte Teile der Bevölkerung immer wieder massakriert. Netanjahu und Trump versuchen im Bündnis mit reaktionären Monarchien, emanzipatorische Aufstände zu vereinnahmen, um kolonialen Expansionismus und militärische Aggression als „Freiheit“ zu legitimieren. Gleichzeitig hat Khamenei enorme Ressourcen in den Aufbau eines reaktionär-faschistischen schiitischen Machtblocks investiert – angeblich zur Verteidigung Palästinas und des Jemen.
Wir betrachten diese beiden kapitalistischen Regime in der globalen Machtordnung nicht als gleichwertig. Der militärische und logistische Anteil der Islamischen Republik ist geringer als der der USA, Israels und ihrer westlichen Verbündeten.
Doch das von ihr verursachte Leid ist nicht geringer. Jede quantitative oder qualitative Relativierung dieser Gewalt ist irreführend.
Neben politischer, sozialer und geschlechtsspezifischer Unterdrückung trägt die Bevölkerung die enormen Kosten des Atomprojekts sowie die systematische Verletzung ihrer Würde.
Diese scheinbar verfeindeten Staaten sind in ihrer Logik von Herrschaft, Militarisierung und Repression Spiegelbilder: Beide stabilisieren ihre Macht durch Gewalt nach innen und Aggression nach außen – auf Kosten der Unterdrückten.
Dieser asymmetrische Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen Seite und der Islamischen Republik auf der anderen ist vor allem ein Krieg gegen uns: gegen die Unterdrückten, gegen die Arbeiter*innenklasse und gegen das, was Menschen mit der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung von unten aufgebaut haben.
Wir wenden uns entschieden gegen nationalistische Teile der Linken, die jede Kraft allein aufgrund ihrer Opposition zum westlichen Block als „Widerstand“ verklären und dabei die Verbrechen der Islamischen Republik und ihrer Verbündeten verschweigen oder relativieren.
Eine klare Haltung zum Krieg ist unverzichtbar: die Ablehnung möglicher US-amerikanischer und israelischer Angriffe ebenso wie ein konsequentes „Nein“ zur Islamischen Republik. Diese doppelte Abgrenzung ist keine Parole, sondern die notwendige Grundlage für eine glaubwürdige internationalistische Praxis.
Die Zukunft der Menschen im Nahen Osten ist miteinander verbunden – von Afghanistan bis Iran, von Kurdistan bis Palästina, von Belutschistan bis Syrien und in den Libanon. Befreiung lässt sich weder durch Bomben noch durch autoritäre Regime erzwingen, sondern nur durch Kämpfe von unten.
Diese Erklärung richtet sich an die Unterdrückten in der Region, an die Diaspora sowie an alle, die sich nicht mit geopolitischen Machtspielen zufriedengeben, sondern auf soziale und politische Selbstbestimmung bestehen.
Solidarische Grüße
26.02.2026
fluechtlingscafegoe@riseup.net
