Göttingen: Praktische Solidarität gefordert Gegen die drohendeAbschiebung einer Mutter und ihren drei Töchtern. Solidarität stattAbschiebung – Familie muss bleiben!

Guten Tag,

Unten finden Sie die Pressemitteilung vom 28.07.2026 zu der drohenden
Abschiebung einer Mutter und ihren drei Töchtern.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an den Göttinger Arbeitskreis Asyl
e.V. (Kontakt: akasylgoe@emdash.org).

Viele Grüße!

Wir sind zutiefst betroffen über die drohende Abschiebung einer
alleinstehenden Mutter und ihren drei Töchtern im Alter von 11, 13 und
16 Jahren. Die Familie soll in die Türkei abgeschoben werden – in ein
Land, in dem viele Kurd*innen weiterhin Diskriminierung, Repression und
Ausgrenzung erleben. Für diese Familie würde eine Abschiebung bedeuten,
erneut in Angst und Unsicherheit leben zu müssen.
Die drei Mädchen gehen hier zur Schule. Sie haben sich ein Leben
aufgebaut, Freundschaften geschlossen und verdienen eine Zukunft in
Sicherheit. Stattdessen leben sie seit langer Zeit in ständiger Angst
vor einer Abschiebung.
Am Montag, den 13. Juli erlitt die Familie einen weiteren schweren
Schock: Als sie nach Hause zurückkehrte, fand sie einen Zettel der
Landesaufnahmebehörde in ihrer Wohnung in einer Geflüchtetenunterkunft
in Göttingen. Aufgrund einer richterlichen Anordnung waren bereits gegen
4 Uhr morgens Polizeibeamt*innen in die Wohnung eingedrungen, um die
Familie zur Abschiebung mitzunehmen. Nur weil sich die Familie zu diesem
Zeitpunkt zufällig nicht in der Wohnung befand, wurde die Abschiebung
nicht vollzogen.
Wir sind empört über das rassistische und menschenverachtende Vorgehen
der Landesaufnahmebehörde sowie der Ausländerbehörde Göttingen. Der
Einsatz in den frühen Morgenstunden und das gewaltsame Eindringen in die
Wohnung haben bei der Mutter und ihren drei Kindern massive Angst und
tiefe Verunsicherung ausgelöst. Für die betroffene Familie war dieses
Vorgehen äußerst belastend und aus unserer Sicht in keiner Weise
verhältnismäßig.
Besonders erschütternd ist, dass sich die Mutter derzeit in
medizinischer Behandlung befindet. Dennoch werden die repressiven
Maßnahmen gegen die Familie immer weiter verschärft. Erst am 23. Juli
erhielt die Familie erneut ein Schreiben der Landesaufnahmebehörde
Niedersachsen, Standort Langenhagen, mit der Aufforderung,
Abschiebekosten in Höhe von 702 Euro zu zahlen. Begründet wird dies
damit, dass die Familie bei einem angeblichen Abschiebetermin nicht zu
Hause gewesen sei.
Wir sprechen der Familie unser tiefstes Mitgefühl und unsere
uneingeschränkte Solidarität aus. Niemand sollte unter der ständigen
Angst leben müssen, jederzeit aus seinem Zuhause gerissen zu werden. Wir
verurteilen diese rassistische und menschenverachtende Politik und das
Vorgehen der beteiligten Behörden aufs Schärfste.

Wir fordern die Stadt Göttingen und die Landesaufnahmebehörde auf:
– alle Maßnahmen zur Abschiebung dieser Familie unverzüglich
auszusetzen,
– die Einschüchterung und psychische Belastung der Familie zu beenden,
– der Mutter und ihren drei Töchtern ein sicheres Bleiberecht zu
ermöglichen.

Die Familie hat bereits genug Leid erfahren. Sie braucht Schutz,
Sicherheit und eine Perspektive – keine Abschiebung.
Wir rufen alle Menschen, Initiativen, Vereine, Organisationen und
demokratischen Kräfte dazu auf, diesen Aufruf zu unterzeichnen und sich
öffentlich mit der Familie zu solidarisieren.

Gemeinsam setzen wir ein Zeichen: Für Menschlichkeit. Für ein sicheres
Bleiberecht.

AK Asyl Göttingen
ROSA Göttingen
Antiabschiebecafé Göttingen
Bürger*innen Asyl Göttingen
Medinetz Göttingen
Jugendzentrum Innenstadt e.V.
Sea-Watch Göttingen
OM10 Göttingen
SOS Humanity Freiwilligengruppe Göttingen
Amnesty international Hochschulgruppe Göttingen